Category Archives: Clothes

Belle vere indeed: Plus-Size-Models in der Vogue Italia

Es gibt nur wenige Konstanten in meinem Leben; ein definitiver Bestandteil ist aber die regelmäßige Lektüre der Vogue Paris, von der ich in den letzten Jahren keine einzige Ausgabe verpasst habe. Allerdings weicht die anfängliche Faszination immer öfter einem Gefühl der Enttäuschung. Die Editorials sind oftmals nur noch lauwarm und auch inhaltlich verliert die Zeitschrift immer mehr an Tiefe. Auch Emmanuelle Alts Wechsel an die Spitze des Mastheads, über den ich bereits mehrfach berichtet habe, hat daran nicht viel geändert. Die aktuelle Ausgabe mit dem von Griechenland inspirierten Thema (welche mich wiederum zu diesem Post über griechische Mode inspiriert hat), fand ich ebenfalls nicht besonders spannend – da findet man im Moment doch aufregendere Magazine im Zeitschriftenregal. Immer öfter erwische ich mich zum Beispiel dabei, einen Blick in die Vogue Italia zu werfen. Zwar spreche ich die Sprache nicht, doch es sind ohnehin in erster Linie die schönen Editorials, für die sich der Blick ins Heft lohnt.

Vogue Italia Plus Size

Belle Vere: Die aktuelle Vogue Italia zieren Plus-Size-Models © Vogue Italia

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Inspiriert: Griechische Mode

Angesichts des ewigen Einheitsbreis der Branche vergeht mir mehr und mehr die Lust, Modemagazine zu lesen. Zu den wenigen festen Bestandteilen meiner Lektüre zählt aber in jedem Fall die Vogue Paris – wobei ich leider auch hier Qualitätseinbußen feststellen muss (mehr dazu aber in den nächsten Tagen). Dennoch fand ich das Leitmotiv der aktuellen Ausgabe sehr inspirierend: Alles dreht sich rund um das Thema Griechenland. Darum (und vielleicht auch, weil ich am Samstag bei Weekday ein Kleid gekauft habe, in welchem ich mich wie eine griechische Göttin fühle) habe ich mich ein bisschen über die griechische Modeszene schlau gemacht und bin dabei auf zwei Designer gestoßen, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

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Homoehe? Ja, bitte! Anna Wintour engagiert sich für gleichgeschlechtliche Ehen

Seit dem Erscheinen des Schlüsselromans „Der Teufel trägt Prada“ und insbesondere auch seit dem gleichnamigen Film ist sie bekannt wie ein bunter Hund: Anna Wintour. Umstritten für ihre hohe Arbeitsmoral, hoch geschätzt für ihre Verdienste um die Modebranche, landete die Chefredakteurin der US Vogue heute einen neuen Coup: Wie die WWD berichtete, engagiert sich Wintour nun öffentlich für gleichgeschlechtliche Ehen im Bundesstaat New York. Dieser Zug wirkt auf den ersten Blick überraschend, sieht Wintour doch aus wie eine jener Vorzeige-WASP der Upper East Side, die hauptberuflich Fundraisings für konservative Politiker organisieren. Doch der Schein trügt: Wintour ist schlussendlich ein Kind des Londons der 1960er Jahre, wenn auch ein Kind aus sehr gutem Hause. Die 1960er Jahre waren zwar geprägt von Rock and Roll, waren aber nichtsdestotrotz eine äußerst politische Dekade. So sorgte Wintour schon in der Vergangenheit mehrmals für Aufsehen im prüden Amerika – beispielsweise, als sie die Demokratin und damalige First Lady Hilary Clinton auf das Cover der Vogue holte. Auch Michelle Obama wurde diese Ehre mittlerweile zuteil, nicht jedoch ihrer konservativen Vorgängerin Laura Bush.

Meiner Meinung nach ist dieses Statement definitiv ein Schritt in die richtige Richtung – auch wenn es überaus erschreckend ist, dass wir uns im Jahr 2011 noch immer über dieses Thema Gedanken machen müssen. Doch seht selbst:

Wintour ist übrigens nicht die einzige, die sich für gleichgeschlechtliche Ehen einsetzt. Wenn ihr in den nächsten Tagen zufällig in NYC unterwegs seid, könnt ihr zum Beispiel im Marc Jacobs Flagship Store auf der Bleeker Street ein thematisch passendes Schaufenster bewundern.

PS: Kleines Detail am Rande: Wintour trägt in diesem Spot Prada. Äußerst sympathisch!

Sexy Girl: Kinder als Sexobjekte

Passend zum Post von gestern, in dem ich mich über die gar-nicht-kindgerechte Kindermode dieser Tage ausgelassen habe, bin ich heute auf eine Studie (1) zu einem sehr ähnlichen Thema gestoßen, die ich euch nun natürlich auch nicht vorenthalten möchte. Die amerikanische Psychologin Sarah Murnen hat nämlich die Internetauftritte von 15 Kindermodelabels analysiert und kam dabei zu folgendem Schluss: „Modemarken sexualisieren schon Mädchen“, wie die Story auf orf.at betitelt wurde. Dies ist im Grunde keine wahnsinnig neue Erkenntnis, doch ich persönliche finde es immer schön, solche Theorien mit wissenschaftlichen Daten belegt zu wissen.

tom ford vogue paris

Vogue Paris Dezember 2010: Sexualsierung ist noch gar kein Ausdruck!

Bei der inhaltsanalytischen Untersuchung beurteilten die Forscherin und ihre Studenten rund 5.700 Kleidungsstücke (Uff! Jetzt fällt mir wieder ein, wieso ich auf der Uni immer vor Inhaltsanalysen zurückgeschreckt bin!) von 15 Herstellern nach folgenden Gesichtspunkten:

  • Sind die Kleidungsstücke kindlich? (z.B. Pastellfarben, Tieraufdruck)
  • Betonen sie einen bestimmten Körperteil? (z.B. Triangelbikini)
  • Weisen sie Merkmale auf, die in der Gesellschaft als aufreizend anerkannt werden? (z.B. Leoprints oder Spitze) read more »

Lebende Anziehpuppen: Kindermode bzw. Mode für Erwachsene in Kindergröße

Zu meinen Lieblingsbeschäftigungen nach einer langen Partynacht gehört es, am Wochenende ganz entspannt die Wochenendzeitung zu lesen. Unter der Woche finde ich dafür berufsbedingt leider nur wenig Zeit, weshalb ich meine Zeitung am Wochenende daher regelrecht verschlinge. In Deutschland greife ich dabei vorzugsweise zur Süddeutschen, die ich vor allem wegen ihrer ausgeprägten Kulturberichterstattung schätze. In der Wochenendbeilage vom 7. und 8. März fand ich zum Beispiel den Artikel „Lauter kleine Ichs“ von Miriam Stein sehr interessant, da er mir genau aus der Seele spricht (leider nur gegen Bezahlung einsehbar). Stein kritisiert, dass Kindermode der Erwachsenenmode immer ähnlicher sieht – eine fatale Entwicklung, wie ich finde.

Es besteht kein Zweifel daran, dass Kinder für viele Wirtschaftssektoren eine attraktive Zielgruppe darstellen und aus diesem Grund auch aktiv umworben werden – man denke etwa an Lebensmittel oder Spielsachen aller Art. Doch nach einer sehr langen Periode der Repression, in der man Kinder als kleine Erwachsene verstand und sie sich auch dementsprechend kleiden und benehmen mussten, erlangten sie erst vor vergleichsweise kurzer Zeit das Recht, sich ihrem Alter entsprechend aufzuführen und ihren Entdeckerdrang auszuleben. Dazu gehört das Spielen im Freien bei Wind und Wetter ebenso wie das Sezieren von diversen Tieren – vor allem Vorort- und Landkinder wie mir sind die Vorzüge dieser Tätigkeiten bekannt. Die Kleidung muss daher in erster Linie eines sein: Funktional! Warm im Winter, kühl im Sommer und natürlich leicht zu reinigen. Gerne auch in bunten Farben und mit niedlichen Tierprints vorne drauf.

Trendsetterin bzw. Anziehpuppe Suri Cruise

Trendsetterin bzw. Anziehpuppe Suri Cruise

Doch mittlerweile hat es allen Anschein, als ob wir uns wieder hin zu den historischen Vorstellungen von Kindheit bewegen würden: Kinder tragen die gleichen Klamotten wie ihre Eltern. Diesen Trend gibt es im Grunde schon lange – man denke an die gruseligen Schönheitswettbewerbe, bei denen kleine Mädchen, die kaum sprechen können, hergerichtet werden, als wären sie Prostituierte. Doch während ich lange Zeit dachte, dass sich dieses Verhalten auf geistesgestörte Mütter mit Geltungsdrang beschränkt, muss ich leider feststellen, dass dem nicht so ist. read more »

Isabella Blow & Lady Gaga: Das doppelte Lottchen

“The fashion community in general got me much earlier than everyone else,” she says. “But actually, I felt truly embraced by this London cultural movement, that McQueen, Isabella, Daphne Guinness wing of the English crowd. I remember when I first started doing photo shoots, people would say, ‘My God, you look so much like Isabella Blow, it scares me.’ And McQueen used to say, ‘Oh, my God, your boobs!’ He actually grabbed both of them and said, ‘Even your boobs are like hers!’”
– Lady Gaga. US Vogue, März 2010. -

Ich liebe Isabella Blow, deren Biographie ich euch schon einmal ans Herz gelegt habe. Und ihr liebt sie anscheinend auch, wie ich an den Besucherzahlen immer wieder feststellen kann. Generell kann ich nicht oft genug betonen, dass ich eine starke Bewunderung hege für exzentrische Frauen, die ihr eigenes Ding durchziehen und sich nicht um Konventionen kümmern. Vivienne Westwood und Diana Vreeland sind zum Beispiel solche Kandidatinnen.
Ein etwas jüngeres, aber nicht minder exzentrisches Exemplar ist Lady Gaga. Ihre Musik ist Pop vom feinsten und das ist Geschmackssache, worüber man bekanntlich nicht streiten soll. Doch in Sachen Kleidung legt sie eine Performance hin, wie sie die Welt des Pop seit der frühen Madonna nicht mehr gesehen hat. Ihr Motto: Je auffälliger, desto besser. Dass dahinter nicht (nur) der Drang nach Aufmerksamkeit steckt, sondern eine intelligente Künstlerin, die mit ihrer Selbstinszenierung alle Tabus bricht und sich dabei an Größen wie Andy Warhol anlehnt, wird klar, wenn man ein Interview mit der jungen Dame liest. Ein bisschen erinnert sie mich an Marilyn Manson, dessen Kreativität und Intellekt oftmals im Schatten seiner düsteren Outfits stehen.

lady gaga isabella blow

Isabella Blow und Lady gaga mit Kopfbekleidung aus Spitze - kaum zu unterscheiden!

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Das Wilde Leben – Hippiestimmung zum Frühlingsbeginn

Eigentlich bevorzuge ich ja eher schlichte Klamotten in Unifarben und geradlinige aber extravagante Schnitte à la Jil Sander und Co. sind mir tausendmal lieber als bunte oder auffällig bedruckte Kleidungsstücke. Doch im Moment ist das Hippie-Fieber bei mir ausgebrochen und das hat zwei Gründe: Zum einen können wir nun mit guter Gewissheit behauptet, dass der blöde Winter endlich überstanden ist und der Frühling in Berlin Einzug gehalten hat. Und wie jedes Jahr kommt natürlich auch heuer wieder haufenweise Hippie-Ware pünktlich zum Frühlingsbeginn in die Läden.
Zum anderen war ich am Wochenende in einer Bar namens „Muschi Obermaier“. Der Name ist natürlich eine Anspielung auf die Hippie-Ikonie Uschi Obermaier. Da ich mit einigen Freunden unterwegs war, die nicht aus dem deutschen Sprachraum stammen, musste ich zuerst mal erklären, was es denn mit dieser Dame überhaupt auf sich hat. Daraus resultierte dann ein Date zu einem Filmabend, an dem ich meinen Freunden den großartigen Film „Das Wilde Leben“ vorführen werde. Ich habe den Film selbst schon lange nicht mehr gesehen und kann es daher kaum noch erwarten.

das wilde leben uschi obermaier

Das wilde Leben der Uschi Obermaier inspiriert mich für meine Frühlingsgarderobe

Die Wartezeit verkürze ich mir deshalb – mal wieder – mit Shoppen. Das einzige Problem am Hippie-Look: Wie bereits erwähnt bin ich gar kein Freund von Prints und Farben. Dafür habe ich zu lange in Paris gelebt und den Look der Pariserinnen zu intensiv aufgesogen. Prinzipiell gilt bei mir also die Devise: Je schwärzer, desto besser. Doch Asos und Co. schaffen hier zum Glück Abhilfe: In den Online-Shops dieser Welt gibt es zum Glück Hippie-inspirierte Klamotten, die dennoch in schlichten Unifarben gehalten sind. Hier eine kleine Auswahl: read more »

Urban Outfitters in Berlin: Das Warten nimmt kein Ende!

Als ich im Herbst letzten Jahres nach Berlin gezogen bin, war ich überaus glücklich, als mir zu Ohren kam, dass mein absoluter Lieblingsladen „Urban Outfitters“ schon im Frühling 2011 nach Berlin kommen würde. Leider verschiebt sich die geplante Eröffnung immer weiter nach hinten. Im Dezember berichtete die Textilwirtschaft, dass der Berliner Store im Sommer 2011 in der Weinmeisterstraße seine Tore öffnen würde. An der Grenze zwischen Prenzlauer Berg und Mitte wird sich Urban Outfitters in bester Gesellschaft befinden: Zahlreiche andere junge, urbane Labels und Stores betreiben dort Filialen – wie zum Beispiel COS, Acne, All Saints oder American Apparel.
Doch nun will das Cut Magazine wissen, dass die Eröffnung doch erst im Januar 2012 stattfinden soll. Reichlich dumm meiner Meinung nach – schließlich würde man so das ganze Weihnachtsgeschäft verpassen!

Doch wie dem auch sei – ich habe nun die Qual der Wahl: Abwarten und Teetrinken oder Online-Shop leer räumen. Eigentlich würde ich mich liebend gerne für Letzteres entscheiden. Außerdem könnten einige neue Teile pünktlich zum Frühlingsbeginn nicht schaden. Doch da nach einigen ausgeprägten Shoppingtouren in Paris und Berlin mein Budget ein bisschen überstrapaziert ist, muss ich wohl mit dem fiktiven Shoppingvergnügen begnügen…

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Führungswechsel bei der Vogue Paris: Emmanuelle Alts erste Ausgabe

Ziemlich genau drei Monate sind vergangen, seit Carine Roitfeld ihren Rücktritt vom Chefsessel der Vogue Paris bekanntgegeben hat. Wochenlang wurde über die Nachfolge spekuliert und als die Entscheidung dann endlich bekanntgegeben wurde, war ich mehr als erleichtert. Emmanuelle Alt zur neuen Chefredakteurin der Vogue Paris zu ernennen, war meiner Meinung nach die einzig richtige Option.
Doch eigentlich wollte ich mit meiner Meinung über Emmanuelle Alt so lange hinter dem Berg halten, bis endlich die erste Ausgabe, die unter ihrer Aufsicht entstand, in die Läden kommt. Doch nachdem die amerikanische WWD nun quasi eine Sneak Preview erhalten hat, kann auch ich es einfach nicht mehr erwarten.

vogue paris emmanuelle alt

Dass Gisele Bündchen das erste Cover der Vogue Paris unter Emmanuelle Alt zieren wird, ist bereits bekannt. © Condé Nast

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Lavin/H&M Waste Colletion: Resteverwertung à la svensk

Das Thema lässt uns einfach nicht los: Die Kollaboration von H&M und Lanvin kam vor gut zwei Monaten in die Läden und ist nach wie vor in aller Munde. Nicht ohne Grund: Um zu zeigen, wie nachhaltig man arbeitet, starten die Schweden nun eine Resteverwertungs-Aktion. Ab Morgen ist die ausgewählten Filialen die sogenannte „Waste“ Kollektion zu haben. Dabei handelt es sich um Kleidungsstücke, die aus den Stoffresten der Lanvin Kollektion angefertigt wurden.

lanvin hm waste colletion

Lanvin/H&M Waste Colletion ©H&M/Condé Nast

Ich halte das einerseits für eine sehr gute Idee, weil ich ein prinzipieller Gegner davon bin, Sachen, die man noch gebrauchen könnte, wegzuwerfen – egal, ob es sich nun um noch essbare Lebensmittel handelt oder um verwertbaren Stoff. Außerdem werden sich wohl viele Leute einig sein, dass die Resteverwertung besser gelungen ist als die eigentliche Kollektion.

Nichtsdestotrotz sollte man solche Geschichten auch immer ein bisschen differenzierter betrachten: H&M versucht seit Jahren, sein Image als Hersteller von qualitativ minderwertigen Kleidungsstücken, die unter katastrophalen Bedingungen in Sweatshops in Asien produziert werden, loszuwerden. Umso peinlicher, dass die Schweden dann immer wieder in Skandale tappen. Die Resteverwertung der Lanvin-Stoffe ist nur ein weiterer Versuch, sich ein grünes Image zu erkämpfen. Doch auch ein kleines Statement ist besser als Nichts und wie gesagt: Die Teile sehen echt super aus. Die Waste Collection von H&M gibt es ab morgen (28. Jänner) in ausgewählten Läden zu kaufen. In Deutschland wird die Linie leider nur in Hamburg erhältlich sein.