Es gibt nur wenige Konstanten in meinem Leben; ein definitiver Bestandteil ist aber die regelmäßige Lektüre der Vogue Paris, von der ich in den letzten Jahren keine einzige Ausgabe verpasst habe. Allerdings weicht die anfängliche Faszination immer öfter einem Gefühl der Enttäuschung. Die Editorials sind oftmals nur noch lauwarm und auch inhaltlich verliert die Zeitschrift immer mehr an Tiefe. Auch Emmanuelle Alts Wechsel an die Spitze des Mastheads, über den ich bereits mehrfach berichtet habe, hat daran nicht viel geändert. Die aktuelle Ausgabe mit dem von Griechenland inspirierten Thema (welche mich wiederum zu diesem Post über griechische Mode inspiriert hat), fand ich ebenfalls nicht besonders spannend – da findet man im Moment doch aufregendere Magazine im Zeitschriftenregal. Immer öfter erwische ich mich zum Beispiel dabei, einen Blick in die Vogue Italia zu werfen. Zwar spreche ich die Sprache nicht, doch es sind ohnehin in erster Linie die schönen Editorials, für die sich der Blick ins Heft lohnt.
Das aktuelle Cover zieren zum Beispiel drei leichtbekleidete Damen, die von Steven Meisel abgelichtet wurden. Das Besondere daran: es handelt sich um die Plus-Size-Models Candice Huffine, Tara Lynn und Robyn Lawley. Im Heft gibt es dann noch mehr zu sehen von diesen ästhetischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen mit dem Titel “Belle Vere”.
Immer mehr Zeitschriften springen nun auf diesen Zug auf und so richtig kann man damit wohl niemanden mehr schocken. Dennoch sorgen solche Aufnahmen in Modemagazinen nach wie vor regelmäßig für Furore – wenn auch nicht mehr in dem gleichen hysterischen Ausmaß wie noch vor ein paar Jahren. Denn auch, wenn die Zeit des Bulimie-Looks nun langsam abzulaufen scheint: Plus-Size-Models sind in der Modebranche noch ebenso wenig akzeptiert wie Plus-Size-Frauen im wahren Leben. Editorials wie dieses fördern hoffentlich zumindest das Bewusstsein dafür, dass es nicht nur ein Schönheitsideal geben sollte, weil es in der Realität auch nun einmal nicht einen Typ Frau gibt. Ich persönlich bin selber eine der Kandidatinnen, die „fünf Kilo zu viel“ um die Hüften tragen und ich fühle mich die meiste Zeit über ziemlich wohl in meiner Haut – auch wenn ich nicht so schlank bin wie Olivia Palermo.
Dafür gibt es zwei gute Gründe: Linker Busen und rechter Busen ;) Es ist meiner Meinung nach ein völliger Blödsinn, wenn Designer behaupten, dass die Models so dünn sein müssten, weil die Kleidung dann einfach besser aussähe. Es gibt zahlreiche Kleidungsstücke, die einfach von ein paar Kurven ausgefüllt werden – eine magere Christina Hendricks in Mad Men wäre einfach unvorstellbar. Unterwäsche gehört da wohl definitiv auch dazu, wovon sich alle Skeptiker gerne selber in der aktuellen Vogue Italia überzeugen können.
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4 Comments
Naja, ästhetisch?? Eine Frau in Unterwäsche, die auf dem Cover breitbeinig (!) sitzt? Wohl eher als “billig” zu bezeichnen! Blanker Busen? Was hat denn der mit Mode zu tun?
Hmm. Und warum nehmen sie entweder ganz dürre oder ganz mollige?? Die Mehrheit der Frauen ist doch dazwischen!!
Ich versteh das alles nicht ;-)
LG
Esra
Naja, ich habe an und für sich nichts gegen nackte Haut. Und ich finde, dass Unterwäsche an kurvigen Frauen nunmal viel besser wirkt und authentischer rüberkommt als z.B. an den abgemagerten Victoria’s Secret Models!
Wunderschön!
Wo haben die denn bitte 5 kg zu viel???
ich bin auch eine sehr kurvige Frau und es nervt mich einfach, dass die meisten Kleider einfach nicht passen, weil alles für flachbusige geschneidert ist..nervt mich.